Auf dem Heiligenberg

 

 

Alt-Heidelberg mit Heiligenberg am Neckar

 

Nachtigall, ich höre dich singen. Sie hat mir versprochen mich auf dem Heiligenberg, zu meinen Liebsten zu bringen. Wie lieblich erschallt ihr Klang im finsteren Wald. Auf einer philosophischen Lichtung, in einer sommerlichen Nacht. Noch war ich jung und unversehrt. War es nicht die Liebe die mich zu ihn führte? Sportlich war ich gekleidet. Der Himmel erschien mit seiner silberglänzenden Energie und der Mond leuchtete mir auf dem dunklen Weg.

Heidelberg, ich höre dich rufen. Auf dem Königstuhl, am alten Schloss, war ein prächtiges Feuerwerk zu sehen. Oh, liebliches Gelächter, gehe von hinnen. Ich wollte doch zu meinen Liebsten gehen. Alte Stadt, so rufe mich nicht in das Volk, oder war dort meine Liebe zu sehen? Ein Handy hatte ich zu dieser Zeit noch nicht. Heidelberger Altstadt, rufe mich bitte nicht, ich bin doch auf der anderen Seite im Sternenlicht.

Nachtigall, wo bist du in dieser schönen Nacht. Die Augen haben dich durch das gesamte Geäst zwischen den Blättern gesucht. Wo nur, wo erschallt ihr Klang? Mit meinen Füssen lief ich die philosophische Lichtung den Berg aufwärts entlang. Ohne mich von dem Menschengewimmel, dass ich im Tale auf der Neckarwiese sah, jubelnd wahr zu nehmen. Mein Herz es klang doch nur für meinen Liebsten. Aufwärts, ja, den Weg aufwärts sollte ich gehen.

Noch sah ich die Leute im jubelnden Klang. Sie tranken ihren Wein und sprachen über das Feuerwerk, dass im Himmel leuchtend über dem Schloss sichtbar war. Das Prachtwerk erschallte über dem Schloss in Heidelberg. Wann kehre die Stille ein, es war so laut im Feuerwerksschein. „Gehe in den Wald, gehe in den Wald“ sang die Nachtigall über mir ihr Lied. Meine Füße trugen mich aufwärts im dichten Wald. Unter den historischen Linden nahm ich Rast allein.

Siehe, siehe die Melodie des großen Heiligenberges, im stillen Segen. Wo war nur mein Liebster geblieben? Endlich sah ich das Stephanskloster. Meine Blicke durchfluteten diesen Ort. Ich sah den Herrn hier nicht und ich musste weiter gehen. Er sagte doch, du findest mich auf dem Heiligenberg. Doch er war so groß. Wo nur wo, war mein Liebster geblieben? Nachtigall, ich höre dich lieblich singen, bringe mich zu ihm mit deinen Schwingen.

Jetzt wurde es still, die Leute gingen Heim. Nur der Mond, scheint über den dichten, alten Wald. Die Sterne glänzten in das Gefieder der Nachtigall hinein. Sie zeigte mir den Weg und wir waren noch immer allein. Ich ging den Berg aufwärts im stillen Schein. Die alten Bäume schützten mich, unter den wilden Blätterreigen. Jetzt war es so still und so silbrig in jener Nacht. Doch wo war mein Liebster? Ich fand ihn noch immer nicht, in silberglänzender Nacht.

Nachtigall, ich höre dich singen, wenn schon die Menschenlaute verhallen. Führe mich zu ihm, mit deinen Schwingen, ich fühle mich hier sehr allein. Aus den alten Bäumen wucherten die wilden Äste, mit den Blättern waren sie verkleidet. Ich nahm mir eine Kerze um den Weg zu leuchten. Meine Stimme klang: „Mein Liebster, mein Liebster wo bist du nur geblieben. Ich habe dich mit der Nachtigall gesucht und noch immer nicht gefunden.“

Das alte Geäst verschwand und ich sah den prachtvollen Himmel glitzern im silbrigen Gewand. Die uralten Ruinen schienen in grau. Doch wo war mein Liebster auf dem Heiligenberg, in Heidelberg? Hier setzte ich mich zur ruhe. Die Nachtigall verschwand in den Laubbäumen. Doch hier war die Sicht so klar. Die Sterne funkelnden auf mich nieder in stiller Pracht. Ich war auf der uralten Klosterruine St. Michael. Mein Liebster, nimm mich in deinem Arm.

Es war so leise als der Mond mir den Weg zeigte. Er glänzte seine Strahlen zum Herrn, auf der anderen Seite. Innerlich erbebte ich vor Traurigkeit. War es nur Trug? Ich sah meinen Liebsten immer noch nicht. Ein alter Herr sprach: „Ich habe gerade jemanden auf der Treppe gesehen.“ Lichterschein, ich bin nicht allein, nun kann ich wieder glücklich sein. Meine Blicke wandten sich im alten Gemäuer umher.

Ich lief die Treppe hinunter, und schaute auf meinen Liebsten. „Dort bist du mein Liebster! Wo warst du? Ich habe dich mit der Nachtigall gesucht.“ Er nahm mich in seinen Arm, küsste mich auf die Wange. Er stellte mir mit seinen Fingern zum Himmel aufwärts einige Fragen: „Siehst du nicht die schöne Nacht, im heiligen Segen, auf dem Heiligenberg? Hast du nicht den Berg allein nach mir gesucht? Glaube immer an das Gute.“

Mit meinem Kopf anschmiegend über seiner Schulter. „Doch, ich habe den Segen auf dem Heiligenberg erkannt. Ruht hier nicht der innere Frieden? Es ist so friedvoll unter den Sternen in silbriger Nacht, nur mit dir allein, nur mit dir vereint, kann ich weiter glücklich sein. War hier nicht auch eine höhere Macht? Zu jener Zeit in Hilfe bedacht, in der alten Klosterruine St. Michael auf dem Heiligenberg, in Heidelberg?"

Liebster, Liebster höre mich singen, wenn die Nachtigall erschallt. Der Himmel war mit mir überall, er gab mir die Hilfe zu jener Zeit. Ich verzagte nicht im alten Laubwald, unter den historischen Linden, allein mit der Nachtigall im schweigen. Ich bekam die Hilfe vom einem älteren Herrn und er verstand. Der Wind rauschte fein und wir blieben eine Weile in den grauen Mauern, der Klosterruine unter dem Mond vereint. 

 

 

 

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