Das Erwachen

 

 

R.F.H. 2010

 

 

Den ganzen Tag war ich still, zurückhaltend und in mich gekehrt. Für einen Moment habe ich meine lieben Mitmenschen vergessen, weil mein Herz beständig bei meinen Vater war. Noch immer blicke ich in die Vergangenheit und kann mich von ihm nicht richtig lösen. Er war mir ein sehr guter Vater. Vorangetrieben in ein friedliches Leben, erhellten mich unsere tagtäglichen Gespräche. Jetzt ist es leise in der silberglänzenden Nacht. Der Mond scheint in das Fenster und ich habe ihm versprochen, nicht mehr traurig zu sein. Es gibt noch viele Menschen, die ihn nicht vergessen werden, den wir wandeln zum Teil in seinen gelaufenen Pfaden. Zu früh hat er uns verlassen. Doch sein warmes Licht bleibt in liebevoller Erinnerung.

Wie sehr habe ich mich danach gesehnt mit ihm in den Himmelsraum zu reisen um mit seinem glänzenden Antlitz verbindlich zu bleiben. Ich schließe meine Augen und sehe, wie dieser Herr mich innerlich, mit seinen warmen Blicken überflutet hat. „Mein Kind, bald wirst du jeden Tag die Wege Gottes gehen!“, waren seine mir erhaltenen letzten, wichtigen Worte. Ich kann es aus heutiger Sicht immer noch nicht richtig fassen. Zu geheimnisvoll war das Licht in seiner Auffassungsgabe. Mit dem Kopf schütteln, sah ich ihn vor etwas über sieben Jahren tiefgründig an: „Wie könnte ich es jemals schaffen?“ Ein kleines wiegen bemerkte ich in meinem Körper. Keine voreiligen Schlussfolgerungen sollten mich begleiten. Er gab mir seine durchwärmte Hand und zwinkerte mich fröhlich an: „Doch, ich weiß genau, dass du es schaffen kannst.“

Ein Jahr zog in der Daseinsweise vorüber. Es waren viele traurige Tage. Bis mein lächeln eines Tages von Zauberhand wieder kam. Wahre Liebe findet nicht einmal den Tod im tiefen Schlaf. Ein Jahr später fand ich zu den Engeln, sie haben sich über mich unterhalten. Eine Rose war wie ein tiefer Dank, der schnell in meine Seele drang. Ich wurde von vielen einzelnen Engeln aufgenommen. Sah mich im tiefen Weltenall davonfliegen, wie ein warmer Hauch der Lüfte. Geschenkt wurde hier mein himmlischer Name "Josovina". So war die jenseitige Absprache. Ab diesem Zeitabschnitt begann ich nach einem Gebet, Worte über die Telepathie aufzunehmen. Erst war es meine Uroma, die ich in meinem Leben nie kennen lernen durfte. Ein paar Tage vor meiner Empfängnis, wurde sie vom Jenseits nach Hause geholt. Sie war mein persönlicher Leibengel, und hat mich bis hier hin begleitet. Sie sprach: „Du warst immer ein so liebes Kind. Hast auf unsere Regeln gehört und viele Menschen danken dir für deine Handlungen.“

War es ein Unglück, dass ich mich selbst fliegend über mich sah, als hätte mein eigenes Herz aufgehört zu schlagen? War es ein Unglück, dass ich das Ableben meines Vaters miterleben musste? Es war schmerzlich, im smaragdgrünen Licht, mich im Tunnel schwebend zu sehen. Alle Farben erkannte ich darin. Mein Vater war mir mit seiner Aura sehr nahe: „Komm ich zieh dich mit mir mit. Wir sind fast im Himmel. Bald haben wir es geschafft.“ Und ich konnte nicht einmal mehr in der Welt reden. So sehr wie ich mich auch bemüht habe, kein Wort drang aus meinem Munde, nicht einmal mehr, ein leises flüstern. Ich lag regungslos in meinem Bett und konnte mich nicht mehr rühren. Das Licht wurde immer intensiver. Und auf der anderen Seite spürte ich die Liebenswürdigkeit im Freundschaftsdienst. Ich Hörte die Stimmen: „Du kommst zu früh zu uns. Wir werden geduldig auf dich warten.“

Nein, meine Zeit war noch nicht beendet. Durch dieses Phänomen habe ich erkannt, dass das Leben immer weiter geht. Ganz gleich, wie im Himmel, so auf Erden. Die ganze Welt erstrahlte sich vor meinen eigenen Augen, wie im Himmelsgedicht. Die Silberpappel war nicht mehr nur silbern im Sonnenlicht. Nein, darin glänzen viele Sternen in schimmernden Farben. Und egal wo ich mich auf dieser Welt befand. Sogar andere Menschen, nahmen mich wie das Sternenkind, das hell erleuchtet im eigenen an.

Danke mein Vater. Du hast dich mit mir verbunden und bist mit mir durch den All gereist. In der Telepathie haben wir uns lange unterhalten. Danke mein Vater. Du hast dich trotz deines Ablebens sehr oft vor mir gezeigt. Danke mein Vater. Du hast aus Freude in der Gemeinschaft den Ballon in der Luft bewegt und die Feder schweben lassen. Danke mein Vater. Du hast mich erhellt. Eigentlich dürftest du mich nicht berühren.

Wenn sich die Tränen nicht erwehren können als ich die Worte niederschrieb, hat er meinen Stuhl genommen und ihn rückwärts bewegt. Im Kreise, nach rechts drehte ich mich. Sein Zeigefinder berührte meine Nase, so wie ich es von ihm kannte. Er hat mir erzählt: „Ich bin bei euch, mein Kind! Ich bin überall wo ich gebraucht werde. Ich lese die Gedanken von den Menschen ab und versuche sie zu verschönern. Ich gehe im Himmel die Wege Gottes. Du glaubst gar nicht wie viel Zuneigung ich empfange, wenn man an mich denkt. Auch ich trage meine Empfindungen und musste weinen, ihr seht dann den Nieselregen. Als ich euch vor meinem Grabe sah. Stolz darauf kann ich sein, dass ihr mich in euren Worten aufhebt. Als ich noch am leben war, hätte ich niemals geglaubt unersetzlich für euch zu werden.“

Er ist schon lange zu Hause, in Gottes Hand aufgenommen worden. Doch noch immer begleitet seine Seele uns bei Bedarf am Tag und bei Nacht. Immer dann wenn das Herz traurig stimmt, sein Herz lacht. Eigentlich müsste ich mich glücklich schätzen. So viele Geschenke vom Himmel erhalten zu haben, um zu erkennen, um zu sehen und zu adaptieren.

Wahre Liebe kennt kein Hinscheiden. Wir werden uns wieder finden. In allen Gezeiten.

 

 

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