Bergwanderung

 

Bergwanderung

 

In Heidelberg sehnte ich mich nach einer längeren Wanderung, inmitten der Berge hinein. Verwundert beobachtete ich die Natur, denn die Vögel sangen ihr Lied fliegend über mir. Die Sonne erstrahlte sich in ihrer Bahn und die Wärme war kaum zu verleugnen. Im Herzen meiner brannte sie sehr.

Zwischen Straßen und Häusern verfolgte ich meinen Weg. Zu einem Ziel der endlos erschien.
Ich traf Menschen an und wir begingen ein belangloses Gespräch.
Federleicht und schwerelos ohne Rast und ohne Ruhe ging ich weiter in meinem Ziel voran. Die Nähe des Berges war sichtbar. Hinaufsteigend zwischen Schafsgeländen, Bächen und Bäumen fing mein Blick eine Wasserquelle auf, die von einen Bergfelsen hervor sprudelte. Meine Hände wollten das Wasser greifen, um davon zu nehmen. So rein und sauber wusch ich mich damit.
Es gab nur ein Wanderweg der zum Berg hinauf schlängelnd führte.
Oh, mein Herr der liebenden Güte, wieso sollte ich es mir nicht einfacher machen und den Berg wie ein Kletterer hinaufsteigen, dachte ich mir! Umwege kamen mir so lang vor. Wieso sollte ich nicht auch Hürden bestehen, so wie auf dieser Welt?
Im dichten Wald von Sträuchern und Pflanzen verwachsen fuhr ich fort. Steil und steinig wurde es auf meiner Fährte. Ich hatte große Mühe hinauf zu klettern. Doch die Äste der Bäume verhalfen mir damit ich nicht abrutschte und den steilen Weg hinunterfiel. Mein Atem wurde schwerer. Die Kraft des Körpers ließ nach. Also stand ich eine Weile da.
„Ihr himmlischen Begleiter, euch rufe ich, um mir beizustehen.“
Mein Atem beruhigte sich sehr. Ich fand die Kraft fortwährend weiter zu gehen.
Es waren nur noch wenige Schritte, steil aufwärts, die mich zu einem anderen Wegweiser führte. Damit es sich in meiner Strecke erleichterte, sollte ich wohl Schritt für Schritt weiter gehen. In der Hoffnung mein Ziel bald zu erreichen.
Wie geschah mir, als ich an einer Kreuzung ankam. Fragend stand ich da. Wohin die Wege führen würden? Letzten Endes führten alle Wege zum selben Ziel, fing ich die Gedanken in mir. Einer der drei Wege führte mich vielleicht auf einen felsigen Gipfel, ein anderer in ein grünes Tal und der dritte in einen dunklen Wald. Ich musste mich schließlich entscheiden. Der höchsten Kraft des Schöpfers Willen ließ ich mich gleiten.
Langsam und bedacht lief ich, ohne Furcht und Sorge, einen schmalen Wanderweg entlang. Über mir sah ich den dichten Wald. Unter mir entdeckte ich die schönsten Landschaften. In den Wellenlandschaften des Berges spiegelten sich die Höhen und Tiefen meines eigenen Lebens wieder, so ermahnte ich mich.
Erstaunt war ich, wie schnell ich meinem Ziel näher kam. Hinauf führte es mich immer wieder. Bis ich an einen traumhaften Platz ankam. Zwischen Feldern und Tieren, einfach unverwechselbar.

Somit wusste ich das ich selbst in meinem Leben richtig lag. So wie mich die Pfade auf den Berg führten, so führte und lernte ich ohne Rast und ohne Ruhe. Ich stieg die Lebensleiter mit meinen Füssen hoch.
Die Wanderung war wie ein Spiegelbild in einem stillen und manchmal aufwühlenden Teich.
Ein Sonnenstrahl an einem hellen Tag, so jung wie der Morgentau und so alt wie die Erde. Alles war und ist in mir, und ich bin in allem was es gibt!


 

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