Nahtod - Erfahrung

 

Nahtod Erfahrung

 

...  Im nächsten Moment begrüßte mich, im absolut betrunkenen Zustand, Rainers bester Freund Lothar, der an der Dartmannschaft teilnahm. Er lief mir geradewegs hinterher, als ich zur Kasse ging, um meine Getränke zu bezahlen. Mir schien es, als bräuchte er dringend meine Hilfe. Torkelnd und beinahe umkippend stützte er sich bei mir ab. Und so beschloss ich, kurzfristig ihn nach Hause zu bringen, in meinen selbst leicht angetrunkenen Zustand.                             Schade, dachte ich, Rainer war schon verschwunden. Ich hätte seine Unterstützung gut gebrauchen können. Und so verabschiedete ich mich bei Sanje und ging mit Lothar aus der Wirtschaft.

Seine Augen sahen mich betrügend an, selbst wenn er lächelte. Anscheinend hatte er, in meinen Augen gesehen, eine starke Alkoholvergiftung. Na gut, dachte ich, mal sehen wohin meine Wege mich hinführen. Er stützte und griff, reißend und ziehend, an meiner Schulter, indem ich mich die Straße, abwärts  keuchender Weise, vor Schwere auf die leuchtenden Laternen und Auto´s konzentrierte. Ich hatte große Mühe, durch sein starkes hin und her schwanken, einen geraden Schritt einzuhalten. Es war als würde die Zeit gar stehen bleiben, normalerweise hätte ich für diese Strecke normale 5 Minuten Gehweg gebraucht. Ich kann mich an seine Laute nicht mehr erinnern, doch sein Herz war verräterisch, als würde eine Schlange zu mir sprechen. Doch ich nahm seine Wortwahl nicht wahr, vielmehr konzentrierte  ich mich auf seine Bewegungen und den Augen, die mir selbst mehr verrieten als er persönlich annahm.

Ich blickte auf die Wolkendecke, die Wolken verzogen sich drastisch schnell. Es blitzte und donnerte, ein überströmender Regenguss überkam uns, auf dem Weg, zu seinem Haus. Er wollte einen ausgewogenen Streit mit mir beginnen, seine Worte klangen in mir, wie ein zweischneidiges Schwert, was schwer verletzend war. Dennoch vergab ich ihn in meinen Inneren, ich wusste und erkannte seine Situation. Sein Atem wurde schwerer und er packte mich mit doppelter Kraft, als wollte er an mir klammern. Mich überkam ein ungutes Gefühl, mir schien als würde ich, unbewusster Weise, nur noch an eine höhere Macht beten.

Mit vollster Kraft, war ich froh, nach langer Zeit erfolgend, am Hause angekommen zu sein. Die Haustür bestand aus Sicherheitsglas mit inneren Stahldrähten verbunden, jemand versuchte sie einzuschlagen. Ich bat Lothar um seinen Wohnungsschlüssel, um die Tür aufzuschließen. Mit seinem starren Blick in seinen Augen bekam ich es mit der Angst zu tun. Denn er fiel mir öfters um und ich hatte Mühe ihn in eine gerade Position, angelehnt an der Hauswand, zu halten. Demnach es ungefair eine gute viertel Stunde brauchte und ich klitschnass die Wohnungsschlüssel aus seiner Fransentasche zog, um die Wohnungstür aufzuschließen, war ich erleichtert ihn in seinem Bett legen zu können und seine Straßenschuhe auszuziehen. Da ich ein ungutes Gefühl in meinem Herzen hatte, entschloss ich mich, über Nacht bei ihn zu bleiben.

Ich zündete eine Kerze an, zog mein Walkman aus meiner Tasche, um Musik zu hören, setzte mich ängstlich, mit meinem schwermütigen Gefühl, eingekauert in einer Ecke und betete innerlich um Hilfe. Wenig später zog mich regelrecht etwas zu ihm ins Bett. Also legte ich mich neben ihn und schlief erschöpft ein.

Doch ein paar Stunden später, bin ich durch sein liebes Reden aufgewacht. Er lag immer noch, mit seinen starren Blick, regungslos im Bett und sagte:„Du bist mein Engel, ich werde dich niemals loslassen, ich liebe dich!“                                       Er wollte, das ich mich in seinen Arm legte, was ich dann auch tat. Es war schrecklich mit anzuschauen, wie verkrampft er da lag. Lothar fing sehr doll an zu weinen, tröstend suchte ich, verzweifelt nach passenden Worten, und sah gleichzeitig zur Decke hinauf, indem sich das Kerzenlicht darin widerspiegelte. Ich bemerkte das er sich nicht beruhigen konnte und seine Tränen rasten schnell abwärts die Wangen hinunter: „Nein, ich merke es doch, es ist so weit, ich muss gehen!“       In diesen Moment drückte Lothar mich fest zu sich und sagte: „Ich liebe dich, mein Engel!“; und sein Arm fiel zu Bett, er rührte sich nicht mehr und lag regungslos da, der Atem hörte auf.

Ich geriet in Panik, doch blieb ich nach außen hin ruhig. Ich lag meine Hände auf, hörte, ob sein Herz noch schlug, und fühlte seinen Puls. Ich stand völlig unter Schock. In diesen schockierenden Zustand, worin ich mich befand, wollte ich schnellst möglichst mein Handy zum Vorschein holen, um einen Notarzt zu rufen, doch meine Hände fingen an zu zittern, und somit erfasste ich nicht die richtige Rufnummer. Mit einem Mal, hörte ich ein lautes Aufatmen von Lothar, ich wurde ruhiger und war erleichtert das er wieder zu sich gekommen war. Er schlug seine Augen auf und mir wurde in jene Zeiten so klar, wie noch nie zuvor, das ich ihn mit meinen sanften, ruhigen Worten, die ich ihn zu verstehen gab, wach halten musste. „ Lothar glaubst du an einen Gott und an eine Wiederauferstehung in einem späteren Leben?“                               Nein, ich glaube nicht an ein weiteres Leben.“

Mit leisen Worten begann ich von meinen Glauben zu reden: „Aber ich glaube fest daran, und ich weiß das selbst die Angst vor dem Tod verschwunden sein wird, denn Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein, weil irgendwann die früheren Dinge vergangen sind. Die Erde heute ist voller Streit, Blutvergießen, Verschmutzung und Gewalt. Was wirklich sehr schade ist. Für sehr viele, die gegenwärtig im Tod schlafen, wird die Auferstehung Leben in einer friedlichen neuen Welt bedeuten.“

Lothar schüttelte müde mit dem Kopf, doch er hörte mir zu und schlief mit meinen weiteren Worten friedlich ein: „Die meisten haben Angst vor dem Tod und verdrängen den Gedanken daran. In manchen Kulturen werden oft verhüllende Ausdrücke, wie „verscheiden“ oder „entschlafen“ gebraucht, wenn vom Tod einer Person gesprochen wird. Diese Angst vor dem Tod ist eigentlich eine Angst vor dem Unbekannten, da für die meisten Menschen der Tod ein Geheimnis ist. Aber, was wird zu jener Zeit mit denjenigen geschehen, die ihre alltäglichen Aufgaben in Liebe erfüllen? Ich kann mir nicht vorstellen das Gott die Gerechten mit den Bösen vernichten wird. Mein Glaube daran ist so stark, das ich bete und hoffe, das Gott so etwas nie tut, und er wird es auch nicht tun, die Gerechten umzubringen. Ich glaube fest daran das eine große Zahl der Menschen überleben werden, in der die gegenwärtige böse Welt ihr Ende finden wird, und sie werden in Gottes neue Welt eingehen. Dort wird die gehorsame Menschheit den vollen Nutzen aus der wunderbaren Vorkehrung Gottes ziehen, die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien. Denn Jeder, der lebt und seine Aufgaben bewältigt oder einen Glauben an Gott ausübt, wird überhaupt nie sterben. Ich möchte für immer im Paradies auf Erden leben und ich sehne mich danach, die nahestehenden Menschen, die gestorben sind, wiederzusehen. Und deshalb werde ich mir fortwährend eine genaue Erkenntnis des Willens im Leben aneignen. Ich weiß, das dies ewiges Leben bedeutet. Es ist Gottes Wille, dass alle Arten von Menschen gerettet werden und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und ich weiß das unser Herr geduldig und barmherzig ist, und uns Menschen zu liebe die notwendige Zeit einräumt, die man benötigt.“

Ich war selbst über meine ausgesprochenen Worte erstaunt. Der Schock in mir löste sich langsam auf und mir liefen die Tränen aufatmend von den Wangen hinab, ich schaute zum Kerzenlicht empor, und fragte mich, wieso ich durch den hellen Schein der Kerze, alle Regenbogenfarben bis hin zu mir, auf strahlten. Ich dachte in diesen Moment, das es durch meine Tränen in den Augen kam.

Wie an einem sonnigen Tag, wenn man im Sprühregen eines Gartenschlauches einen Regenbogen sieht. Man sollte sich nur so aufstellen, dass man die Sonne im Rücken hat. Das gleiche geschieht, wenn sich ein natürlicher Regenbogen am Himmel bildet. Sonnenstrahlen fallen auf einen weiter entfernten Regenschauer, und es bildet sich ein weit größeres Farbenband. Der Regenbogen wird sichtbar, weil Tausende von einzelnen Regentropfen wie winzige Prismen und Spiegel wirken. Wenn ein Sonnenstrahl in den einzelnen Tropfen eindringt, wird er gebrochen und in alle Farben des Spektrums zerlegt. Da das Licht einer jeden Farbe in einem etwas anderen Winkel gebrochen wird, sieht man ausgeprägte Farbstreifen von Violett, über Grün, zu Gelb und Rot am Himmel. 

Nachdem ich bis zum Sonnenaufgang mit Lothar noch einige Stunden, über eine schöne Zukunft sprach, wurde er ruhiger in seinem Schlaf und auch ich, erschöpft schlief ich ein. Als wir ausgeschlafen hatten, erzählte mir Lothar von seinem Nahtoderlebnis: „ Susi, ich befand mich im hellen Licht und ich hörte Stimmen, die nach mir gerufen hatten, ich verstand das ich im Nahtod war, und frage mich, wie ich wieder hier her zurückgefunden habe, ich dachte wirklich das alles aus und vorbei sei.“

Still schweigend, ohne großartige Worte verbunden, nahm ich meine Sachen und ging zur Haustür, mit meinem Kopf nickend  hinaus, da ich dieses Phänomen zu dieser Zeit selber nicht auffassen konnte. Trotzdem machte ich mir Gedanken darüber. Ich nahm mein Walkman, legte mir meine Kassette herein, und begann mitzusingen. Während ich langsam die Straße hinunterlief, an einem Ärztehaus vorbei, zur umliegenden Hauptstraße, die durch diese Stadt hindurchführte.

Ich konnte dieses Nahtoderlebniss und die Rückführung dessen nur so erklären, das dies alles durch meine Liebe, über eine höhere Macht verbunden, zu bewältigen war.  ...


 

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