In den Sternen über den Wolken
 
 
Eigene Zeichnung - Mann mit Frau am See im Park - by S.J.M.
 
 
Nun hatte ich durch diesen Mann, vom Irak, ein zweites Kind verloren.  Mein zweites Kind, das ich für genau 48 Tage in mir getragen hatte, verlor ich am 28.01.2010. Mein Partner war mit sich allein und ging im Abendlicht spazieren. Meine Tränen, trotz einer Beruhigungstablette, waren untröstlich. Das war vielleicht eine schwierige Zeit, die ich hier nicht genauer beschreiben möchte. Genau ein Monat nach dem Geschehen vergewaltigte mich der Mann mit mehreren Versuchen. Ich habe versucht mich dem abzuwenden. Doch es gelang mir kaum. Meine Stimme sprach sehr laut: „Bitte lass mich in Ruhe, ich möchte das einfach nicht.“, jedoch vergebens. Denn noch habe ich ihn, nach einem längeren Gespräch vergeben. Ein weglaufen vor den eigenen Hürden im Leben kam mir nicht in Frage. Mir wäre es lieber gewesen zusammen nach Lösungen zu suchen und im Leben standhaft zu bleiben. Jedoch funktioniert es nur, wenn es beide Parteien in einer Partnerschaft so wollen. Das eigene Haus brach nun zusammen. Das wir uns in Gedanken fortwährend aufbauten. 
 
Mein Leben ist heute noch lebenswerter als zur damaligen Zeit. Denn im Unglück und im Leid stand immer ein wertvolles Licht für mich bereit.  Nach weiteren schweren Schicksalsschlägen war ich im Jahr 2011 zum ersten mal im Krankenhaus. Nachdem ich immer wieder das Gefühl hatte, meinen eigenen Körper zu verlassen. Heute sehe ich das in einer anderen Sicht, denn ich habe mehrere Astralreisen durchgelebt, um zu erkennen das die feinstoffliche Seele aus dem Körper schwebt. Um zu sehen, dass es viele Engel gibt. Um die warme, schöpferische Liebe kennen zu lernen, die hier auf Erden nicht zu sehen ist. Und um zu Freunden zu reisen. Für mich sind sie dennoch relevant. Da ich es zum Teil immer noch sehen, hören und spüren kann. 
Nicht jeder Mensch kam damit klar, auch nicht mein ehemaliger Partner, denn noch blieben wir für eine geraume Zeit befreundet. 
 
„Ich vermisse dich! Wann kommst du zu mir zurück?“
„Ich bin dein Schatten. In heller Nacht siehst du die funkelnden Sterne, die dich erleuchten lassen. Fühle dich nicht allein. Du bist in meinen Gedanken ein großer Teil des Seins.“ 
„Wann sehe ich dich wieder?“
„Nur als Freunde sind wir zusammen vereint. Mein Weg ist anders. Und du gehst jetzt deinen.“
„Was bringen mir Sterne in heller Natur? Ich brauche dich und mich! Wann siehst du es ein?“
„Irgendwann wirst du dich vollkommen von mir befreien. Ich habe dir nur geholfen in deinem Leben voran zu schreiten.“ 
„Du lässt mich nun los in stiller Einsamkeit. Ich möchte gar nicht traurig sein. Was habe ich verkehrt gemacht?“
„Du verstehst mich einfach nicht. Du hast nichts verkehrt gemacht. Eine so warmherzige Frau, wie du bist, wünschen sich viele Männer.“
„Ich brauche nicht die vielen Männer, die mich anlächeln und schöne Worte machen. Wo bist du im Lichterschein? Du warst und bist schon immer ein Teil meines Seins.“ 
„Ich sehe es ein. Ich habe schon immer gewusst, du könntest mit einhundert Männern allein sein. Ich habe zu dir ein so großes vertrauen aufgebaut. Ich wüsste, du würdest ehrlich und treu ganz allein unter den Männern bleiben.“
 
Das war ein kleiner Auszug der letzten Gespräche. Nach dem Krankenhausaufenthalt ging ich allein. Ich fühlte mich nicht einmal einsam. Die Sterne funkelnden doppelt so stark, als ich in der Stadt Berlin spazieren ging und sogar die Leute schauten zum prachtvollen Horizont. Ich hörte meist die Frauenstimmen sprechen: „Seht ihr den mächtig funkelnden Himmel, der vollkommen mit den Sternen zu erkennen ist. Ich habe den Himmel noch nie so gesehen.“ Und ich lächelte vor mir hin. Denn ich wusste, dass mich vom Krankenhausaufenthaltes eine höhere Macht begleitete. Nun wurde es Zeit zu schlafen. Ich legte mich zu Hause nieder und fühlte mich in der nächsten Astralreise sehr wohl.
 
Über den Wolken war die Freiheit unendlich weit. Dabei weiß ich gar nicht mehr wie ich da hoch gekommen bin. Von hier unten sehe ich sie wie Zuckerwatte sehr weich. Ja, ich schaute von den Wolken hinab auf diese Welt und ich war nicht allein. Nein, hier waren so einige Engel die mich beobachten zu schienen. War es vielleicht doch nur ein göttlicher Segen? Im spüren des Windes flog ich zu meinen ehemaligen Partner hinab und ich sah: 
 
Sehend und bemusternd sah ich meinen Freund mit einer Frau am Schäfersee, in Berlin Reinickendorf, spazieren. Sie kam wohl auch aus der dritten Welt. Ihre Haut war dunkel, ihr schwarzes Haar sehr lang. Lächelnd gingen sie Hand in Hand. Sie liefen um den See entlang. So wie wir früher dort spazieren gingen. Abwärts schauend sah ich sie zwischen den Bäumen im Schillerpark. Sie konnten sich nur schwer miteinander verständigen. Kennen gelernt hatten sie sich in einem Kaffee, am nahe gelegenen Ort. Er trank sein Alkohol und sie einen Kaffee. Mit Händen und Füssen verständigten sie sich dort. Nachdem er sich überwunden hat sie kennen zu lernen. 
 
Nun war ich wieder in den Wolken. Ich fühlte die wahre Zufriedenheit, auch wenn wir uns nur noch wenige male sahen. Die Kraft der lieblichen Töne im Weltenall ließ mir die Trauer versiegen. Der Tag wurde hell. Wach war ich noch nicht, ich spürte den Tageslauf an mir vorüberziehen. Die zwitscherten Vögel nahm ich wahr, so wie hier unten auch auf Erden, denn ich hörte sie im Schlaf. Ich hüllte mich in den flauschigen Flaum der Wolken hinein und war überhaupt nicht traurig im Glanz des Seins. Es zog mich in meinem Körper zurück. Ich wurde hellwach und sah auf meinem Wecker, es war erst sechs Uhr früh. 
 
Sofort nahm ich mein Handy in die Hand und begann eine SMS zu schreiben: 
„Ich sah dich mit einer jungen Frau, die du im Kaffee kennengelernt hast. Über den Wolken schwebte ich zu dir und ihr gingt im Park spazieren. Sie wird deine jetzige Unterstützung im Leben sein.“ 
 
Gegen 10 Uhr klingelte das Telefon: „Sag mal! Spionierst du mir hinter her?“ 
„Oh Gott, nein! Das war nicht meine Absicht.“ Und ich erklärte wo ich wirklich war. 
„Ja, es stimmt, ich habe mich gestern mit einer Frau getroffen. Wir waren zusammen im Kaffee und gingen im Park spazieren.“
„Die Engel sandten mich zu dir. Über den Wolken schwebend, sah ich euch. Glaub es mir oder nicht. Ich kann es ehe nicht beeinflussen. Wichtig ist mir nur zu wissen; ich war bei dir.“ 
„Kann ich dich heute Nachmittag sehen?“
„Ja, sehr gerne. Wir treffen uns an der Jannowitzbrücke. Direkt an der Spree.“
„Wäre 15.00 Uhr in Ordnung für dich?“
„Ja, es ist okay. Bis dann.“
 
Noch war ich mit der Natur verbunden. Die Spree leuchtete hell und der Wind trieb mich zu einer Bank. Ich holte ein paar Sonnenblumenkerne aus meine Tasche und legte sie auf meine Hand. Weit geöffnet war sie vor mir im stillen Gewandt. Die Vögel flogen auf meine Hand. Nahmen von den Sonnenblumenkerne und fingen an mit mir zu spielen. Bis zu fünf Spatzen saßen gleichzeitig auf meiner Haut und tirilierend sangen sie ihr Lied, wie in meinem Traum. 
 
„Hallo!“ Grüßte mich von weiter Ferne mein Freund. Wir saßen zusammen, beobachteten die Vögel und er gab mir ein sehr persönliches Geschenk mit: „Der goldenen Ring mit dem geschliffenen, schwarzen Turmalin soll dich von nun ab beschützen.“
„Du kannst ihn mir doch nicht schenken. Der Ring war das einzige Erbstück von deiner geliebten Mutter.“ 
„Ja, Jahrelang habe ich ihn für mich bewahrt. Dieser Ring ging von Generation zu Generation weiter. Ich möchte dich in Zukunft in beschützter Hand sehen, so wie der Ring mich jahrelang beschützt hat. Ich denke meine Mutter würde ihn sehr gerne bei dir sehen. Und ich weiß, du wirst ihn ewig behüten. Vielleicht wirst du deinem Kind diesen Ring weiter geben.“ 
 
Ein Heiratsantrag war es sicherlich nicht. Sondern eher ein wundervoller Abschied von der Person, die ich manchmal noch vermisse. Der Lebensweg für uns hat sich gewandelt, so wie er es sagte. Er ging seinen Weg. Er hörte mit der Politikrederei auf und ich ging meinen Weg. Heute ist er weit weg von mir. Aber ich weiß das er glücklich mit einer Frau verheiratet ist und das sie ein Kind zusammen haben.
Sollen sie weiterhin glücklich sein, und nicht so enden, wie wir uns voneinander in Freundschaft trennten. 
 
 
 
Copyright by S.J.M.

© S.J.M.

 

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